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Wasservorrat anlegen: Menge, Lagerung und Haltbarkeit

Wasservorrat anlegen ist einfach und guenstig: Personen mal Tage mal 2 Liter, normales Mineralwasser kuehl und dunkel lagern, aeltere Flaschen zuerst. Wie viel Wasser pro Person sinnvoll ist, welche Behaelter halten und wann Aufbereitung

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Wasservorrat anlegen: Menge, Lagerung und Haltbarkeit
Orientierung · 1789 Wörter

Auf einen Blick

Thema
Ratgeber
Lesezeit
8 Min.
Im Artikel
Gliederung
Aktualisiert
21.07.2026
Kurzzusammenfassung
  • Die Formel: Personen mal Tage mal 2 Liter. Das BBK rechnet mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Das staatliche Portal Ernährungsvorsorge schlüsselt das als 1,5 Liter zum Trinken plus 0,5 Liter zum Kochen auf.
  • Erst drei Tage, dann zehn. Schon ein kleiner Vorrat hilft. Das offizielle Ziel sind zehn Tage, der Einstieg über drei Tage ist ausdrücklich sinnvoll.
  • Original verschlossen ist die beste Trinkreserve. Gekauftes Mineralwasser in Glas oder PET ist belastbarer als selbst abgefülltes Leitungswasser, das eher Brauchwasser ist.
  • Kühl, dunkel, trocken lagern und ältere Bestände zuerst verbrauchen. Balkon, Auto und Dachboden sind im Sommer schlechte Orte.
  • Kein Spezialprodukt nötig. Normales Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet unter 1 Euro pro Liter, abgepacktes Notwasser oft ein Vielfaches.

Wasservorrat anlegen ist der einfachste und wichtigste Teil der Vorsorge, und einer der günstigsten. Du brauchst dafür keine Spezialausrüstung, sondern eine klare Mengenrechnung, einen guten Lagerort und eine klare Trennung zwischen Trinkwasser und Brauchwasser. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Wasser pro Person sinnvoll ist, wie du es richtig lagerst und was im Ernstfall mit der Aufbereitung wirklich stimmt. Ganz unten findest du einen Schnellcheck zum Abhaken und Ausdrucken.

Kurz gesagt

Rechne Personen mal Tage mal 2 Liter, also etwa 20 Liter pro Person für zehn Tage. Kaufe normales Mineralwasser in Kisten, lagere es kühl, dunkel und trocken und verbrauche ältere Flaschen zuerst. Original verschlossenes Wasser musst du nicht aufbereiten. Abkochen wird erst bei einem behördlichen Hinweis oder zweifelhafter Hygiene zum Thema.

2 lWasser / Person / Tag1,5 l trinken, 0,5 l kochen
20 lfür 10 Tagepro erwachsene Person
10Tage Ziel3 Tage als Einstieg
unter 1 €pro Liter Supermarktstatt 2,95 bis 8,10 € für Notwasser

Wie viel Wasser pro Person bevorraten?

Das BBK empfiehlt, sich möglichst für zehn Tage selbst versorgen zu können, betont aber zugleich, dass schon ein Vorrat für drei Tage hilfreich ist und sich schrittweise ausbauen lässt. Für Wasser setzt es idealerweise 2 Liter pro Person und Tag an. Das staatliche Portal Ernährungsvorsorge erläutert diese Größe als 1,5 Liter Getränkebedarf plus 0,5 Liter Kochwasser pro Person und Tag.

Die Formel für den Haushalt lautet damit einfach: Personenzahl mal Tage mal 2 Liter. Haustiere kommen zusätzlich dazu.

Wasserbedarf nach Haushaltsgröße (2 Liter pro Person und Tag)
Haushalt 3 Tage gesamt 10 Tage gesamt Kisten à 12 l (10 Tage)
1 Person 6 Liter 20 Liter rund 2 Kisten
2 Personen 12 Liter 40 Liter rund 4 Kisten
4 Personen 24 Liter 80 Liter rund 7 Kisten

In Litern klingt das nach viel, in Kisten ist es überschaubar. Die letzte Spalte rechnet den Bedarf in handelsübliche Kisten mit zwölf Litern um, aufgerundet auf ganze Kisten, weil man im Handel keine halben Kisten kauft. Eine einzige Kiste deckt für eine Person schon mehr als die Hälfte der zehn Tage ab.

Ältere Menschen nicht knapp rechnen

Für Personen ab 65 Jahren wird eine reine Getränkezufuhr von rund 2 Litern pro Person und Tag empfohlen, und das Durstgefühl lässt im Alter oft nach. Das sind 2 Liter allein zum Trinken, also ohne Kochwasser, und damit etwas mehr Gesamtvorrat als der allgemeine Richtwert. Plane für ältere Familienmitglieder deshalb eher großzügiger und stelle Wasser sichtbar bereit, damit regelmäßiges Trinken nicht vergessen wird.

Wie sich der Wasservorrat in den gesamten Lebensmittelvorrat einfügt, rechnet unsere Notvorrat-Liste nach BBK Schritt für Schritt vor.

Trinkwasser richtig lagern: Behälter und Haltbarkeit

Für den eigentlichen Trinkvorrat ist gekauftes, original verschlossenes Mineralwasser die belastbarste Basis. Das staatliche Portal Ernährungsvorsorge und das BZfE empfehlen, Wasser dunkel, kühl und trocken zu lagern. Sonne und Wärme mindern die Qualität, der klassische Keller- oder Speisekammerplatz ist deshalb besser als irgendein freier Winkel.

Behälter für den Wasservorrat im Vergleich
Behälter Haltbarkeit Wofür sinnvoll
Glasflasche Herstellerangabe meist 2 Jahre, oft länger stabil Die stärkste Lösung für lange, stabile Lagerung. Empfindlich bei starkem Frost, dann kann Glas platzen.
PET-Flasche Herstellerangabe meist 1 Jahr Leicht und alltagstauglich. Nicht dauerhaft in Sonne oder Hitze lagern, der Geschmack kann sich sonst verändern.
Kanister oder Wasserbeutel je nach Befüllung kurz Nur lebensmittelecht und BPA-frei verwenden. Selbst abgefüllt eher als Brauchwasserreserve, weniger als langfristiger Trinkvorrat.

Schlechte Lagerorte sind vor allem Balkon, Autokofferraum und Dachboden im Sommer. Wer Glas nutzt, hält es zusätzlich von Räumen mit starkem Frost fern.

Klares Wasser wird in der Morgensonne aus einer Glaskaraffe in ein Glas gegossen, Lichtbrechung und feine Tropfen vor ruhigem dunklem Hintergrund
Sauberes Trinkwasser ist die Grundlage jeder Vorsorge. Originalflaschen sind dafür die einfachste Lösung.

Gekauft oder selbst abgefüllt?

Bei der Frage zwischen gekauftem Wasser und selbst abgefülltem Leitungswasser ist die amtliche Linie klar. Original verschlossenes Mineralwasser ist die stabile Standardempfehlung für den Trinkvorrat. Vorab abgefülltes Leitungswasser hat nach Einschätzung des BZfE ein hohes Verkeimungsrisiko und eignet sich deshalb nur bedingt als Trinkwasser. Als Brauchwasser, etwa für die Toilettenspülung, ist es dagegen sinnvoll.

Das BfR ergänzt für den Alltag: Geöffnete Flaschen gehören verschlossen und gekühlt aufbewahrt und sollten zügig verbraucht werden. Bei guter Hygiene kann auch selbst abgefülltes Trinkwasser noch nach mehreren Tagen genutzt werden. Praktisch heißt das also: langfristiger Trinkvorrat in original verschlossenen Flaschen, zusätzliches Leitungswasser eher als Kurzfrist- oder Brauchwasserreserve.

Vorrat aktuell halten: zwei Modelle für die Rotation

Damit der Vorrat nicht altert, gibt es zwei bewährte Wege. Beide sind offiziell beschrieben, du musst dich nur für einen entscheiden.

  • Einmaliger Vorrat: Du legst die volle Menge an und prüfst die Haltbarkeit regelmäßig, zum Beispiel einmal im Jahr. Einfach, aber du musst an den Termin denken.
  • Lebendiger Vorrat: Du verbrauchst die Kisten ganz normal im Alltag, trinkst die ältesten Flaschen zuerst und kaufst sofort nach. Dieses Prinzip nach dem Motto zuerst rein, zuerst raus hält den Vorrat von selbst frisch.

Für die meisten Haushalte ist der lebendige Vorrat der bequemste Weg, weil er ohne Extra-Aufwand funktioniert und nichts weggeschüttet werden muss.

Aufbereitung im Ernstfall: was wirklich gilt

Zuerst die Entwarnung: Original verschlossenes Mineralwasser musst du nicht aufbereiten. Aufbereitung wird erst dann relevant, wenn Leitungswasser verunreinigt ist, wenn die Behörden ein Abkochgebot aussprechen oder wenn du auf selbst abgefülltes Wasser mit unsicherer Hygiene angewiesen bist. Das Umweltbundesamt beschreibt die behördlichen Maßnahmen je nach Lage sehr konkret. Wichtig bei einem Stromausfall: Zum Abkochen brauchst du dann eine netzunabhängige Wärmequelle, etwa einen Gas- oder Campingkocher im Freien. Mehr dazu in unserem Ratgeber Was tun bei Stromausfall.

Wasseraufbereitung nach Lage (nach Vorlage des Umweltbundesamts)
Lage Was gilt
Original verschlossenes Mineralwasser Keine Aufbereitung nötig. Entscheidend sind kühle, dunkle und trockene Lagerung sowie Rotation.
Bakterielle Verunreinigung mit Abkochgebot Leitungswasser nur abgekocht trinken: einmal sprudelnd aufkochen und danach mindestens 10 Minuten langsam abkühlen lassen. Nutzbar für Trinken, Nahrung, Zähneputzen und offene Wunden. Für die Toilettenspülung darf Leitungswasser weiter verwendet werden.
Zusätzliche Chlorung durch den Versorger Es kann zu leichten Geruchs- oder Geschmacksänderungen kommen. Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht, das Wasser ist uneingeschränkt nutzbar.
Verunreinigung, bei der Abkochen nicht ausreicht Kein Leitungswasser trinken und nicht für Nahrung, Zähneputzen oder offene Wunden nutzen. Je nach Lage können Duschen, Waschen und Toilettenspülung noch erlaubt sein. Dann gilt immer die konkrete örtliche Anweisung.
Chemie und Filter mit Augenmaß

Entkeimungstabletten sind ein möglicher Fallback beim hygienischen Befüllen von Behältern. Verwende dabei nur Produkte, die ausdrücklich für Trinkwasser bestimmt sind. Spezielle Wasserfilter oder Aufbereitungsgeräte sind im Haushalt nach Einschätzung des BZfE meist überflüssig. Bleiben Filterpatronen zu lange im Gerät, können sich dort sogar vermehrt Keime bilden. Die einfache Linie lautet: sichere Lagerung zuerst, Abkochen bei behördlichem Hinweis, chemische Mittel nur als Notlösung.

Ein Topf mit Wasser erreicht bei ruhigem Fensterlicht ein sprudelndes Aufkochen, aufsteigender Dampf in gedämpften warmen Tönen
Abkochen ist nur bei behördlichem Hinweis nötig: einmal sprudelnd aufkochen, dann abkühlen lassen.

Wasservorrat-Schnellcheck zum Abhaken

Diese Liste kannst du direkt abhaken und ausdrucken, im Browser über Drucken oder Als PDF speichern. Sie fasst die wichtigsten Punkte für einen sauberen Wasservorrat zusammen.

Eine vollständige Übersicht über alle Vorsorgebereiche, von Wasser über Lebensmittel bis Hausapotheke, bietet unsere BBK-Checkliste zur Krisenvorsorge.

Wasser-Notvorrat: unsere nüchterne Einordnung

Wasser ist der Bereich, in dem man am meisten Geld sparen und am wenigsten falsch machen kann. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat 2025 vierzehn Online-Shops geprüft und kommt zu einem klaren Ergebnis: Viele Notfallpakete sind überteuert und bieten gegenüber Supermarktware keinen erkennbaren Mehrwert. Abgepacktes Notwasser in Beuteln und Dosen kostete dort zwischen 2,95 und 8,10 Euro pro Liter, während Mineralwasser aus dem Supermarkt für unter 1 Euro pro Liter zu haben war.

Die nüchterne Empfehlung lautet deshalb: Normales Mineralwasser in Kisten plus saubere Rotation ist der Regelfall. Kleinportioniertes Notwasser ist meist eher ein Preisnachteil als ein Vorsorgevorteil. Wasser musst du also nicht bei uns kaufen, das geht im Supermarkt günstiger.

Was wir sinnvoll ergänzen können, ist die Essensseite der ersten Tage. Wenn Strom und Herd ausfallen, ist eine fertige, sofort essbare Mahlzeit Gold wert. Dafür gibt es die NutriBox: vollwertige Mahlzeiten für die kritischen ersten 72 Stunden, ohne Kochen und mit rund 3.000 Kilokalorien pro Tag. Den Wasservorrat legst du am besten selbst mit normalen Kisten an, die NutriBox kümmert sich um das Essen.

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Unsere Haltung

Wir verkaufen keine Angst. Ein Wasservorrat ist kein Survival-Projekt, sondern eine unaufgeregte Alltagsentscheidung. Ein paar Kisten Mineralwasser im Keller, eine einfache Rotation und das Wissen, wann Abkochen nötig ist, reichen für die allermeisten Lagen vollkommen aus.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Wasser sollte man pro Person bevorraten?

Die amtliche Basis sind 2 Liter pro Person und Tag, davon 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Das BBK empfiehlt einen Vorrat möglichst für zehn Tage, also rund 20 Liter pro erwachsene Person. Ein Einstieg über drei Tage ist ausdrücklich sinnvoll und lässt sich später ausbauen.

Kann man Wasser über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus trinken?

Bei original verschlossenem Mineralwasser ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Hersteller-Angabe, kein Verfallsdatum. Für Glas werden meist zwei Jahre genannt, für PET etwa ein Jahr. Bei kühler, dunkler und trockener Lagerung bleibt die Qualität oft auch darüber hinaus stabil. Verlasse dich auf Geruch und Geschmack und verbrauche ältere Bestände zuerst. Bei selbst abgefülltem Leitungswasser gilt das nicht, das gehört zügig verbraucht.

Kann ich Leitungswasser für den Notvorrat abfüllen?

Als langfristiger Trinkvorrat ist selbst abgefülltes Leitungswasser nur bedingt geeignet, weil das Verkeimungsrisiko nach Einschätzung des BZfE hoch ist. Als Brauchwasserreserve, etwa für die Toilettenspülung, ist es dagegen sinnvoll. Wenn du es als kurzfristige Trinkreserve nutzt, fülle es nur in lebensmittelechte, saubere Behälter und verbrauche es zügig.

Muss ich meinen Wasservorrat aufbereiten?

Original verschlossenes Mineralwasser muss nicht aufbereitet werden. Abkochen oder andere Maßnahmen werden erst bei einem behördlichen Abkochgebot oder bei zweifelhafter Hygiene nötig. Beim Abkochen das Wasser einmal sprudelnd aufkochen und danach mindestens 10 Minuten abkühlen lassen. Spezielle Filter sind im Haushalt meist überflüssig.

Wie lege ich einen Wasservorrat am besten an?

Schrittweise. Beginne mit drei Tagen und baue auf zehn aus. Rechne Personenzahl mal Tage mal 2 Liter, kaufe normales Mineralwasser in Kisten, lagere es kühl, dunkel und trocken und verbrauche ältere Flaschen zuerst. So bleibt der Vorrat ohne Aufwand frisch und kostet nur einen Bruchteil von fertigem Notwasser.

Einordnung und Quellen

Transparenz

Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung ohne Alarmismus. Maßgeblich bleiben im Ernstfall offizielle Hinweise der örtlichen Behörden. Quellen: BBK „Essen und Trinken bevorraten", das Portal Ernährungsvorsorge der BLE, das BZfE, das Umweltbundesamt, „Vollzug der §§ 62 bis 68 TrinkwV" (PDF) zur Aufbereitung, das BfR zum Umgang mit Trinkwasser, das BIÖG „Gesund trinken im Alter" sowie der Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen.

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