Ratgeber · Vorrat

Notvorrat-Liste nach BBK: Was wirklich in den Vorrat gehört

Die offizielle BBK-Empfehlung in klaren Schritten. Wie viel Wasser und welche Lebensmittel wirklich in den Vorrat gehören, als realistische Basis für rund zehn Tage. Ohne Prepper-Keller und ohne Panik.

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Notvorrat-Liste nach BBK: Was wirklich in den Vorrat gehört
Vorrat · 1652 Wörter

Auf einen Blick

Thema
Vorrat
Lesezeit
8 Min.
Im Artikel
Gliederung
Aktualisiert
20.06.2026
Kurzzusammenfassung
  • Ziel 10 Tage, Einstieg 3 Tage. Das BBK empfiehlt, dass sich ein Haushalt möglichst zehn Tage selbst versorgen kann. Schon drei Tage sind ein sinnvoller Anfang, den du Schritt für Schritt ausbaust.
  • 2 Liter Wasser pro Person und Tag. Davon 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Wasser zählt mehr als Essen.
  • 2.200 kcal pro Person und Tag. Das ist die offizielle Rechengröße für den Lebensmittelvorrat.
  • Kein Spezialsortiment nötig. Ein „lebender Vorrat" aus dem normalen Einkauf ist günstiger und besser als teure Notnahrung, solange ein Teil auch ohne Kochen essbar ist.
  • Unten findest du die komplette BBK-Liste, eine Checkliste zum Abhaken und die Mengen für 1 bis 4 Personen.

„Was soll ich eigentlich zu Hause haben?" Diese Frage stellen sich gerade viele Haushalte. Die gute Nachricht: Du brauchst keine teure Spezialnahrung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt eine nüchterne, alltagstaugliche Reserve. Die offiziellen Mengen passen auf eine Seite. Dieser Ratgeber bündelt die amtliche Notvorrat-Liste, die genauen Mengen und eine Checkliste zum Abhaken. Die offizielle Fassung gibt es zusätzlich als BBK-PDF.

10Tage Ziel3 Tage als Einstieg
2 lWasser / Person / Tag1,5 l trinken, 0,5 l kochen
2.200kcal / Person / Tagoffizielle Rechengröße
20 lWasser für 10 Tagepro erwachsene Person

Die offizielle BBK-Empfehlung in Zahlen

Das BBK betont ausdrücklich: Diese Empfehlungen sind keine verbindliche Vorgabe, sondern eine Orientierung, die du an deinen Haushalt anpasst. Die Zielgröße lautet möglichst zehn Tage Selbstversorgung. Wer noch gar nichts hat, fängt mit drei Tagen an. Für die genauen Lebensmittelmengen verweist das BBK auf das Ernährungsvorsorge-Portal der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

BBK-Kennzahlen für die Notvorrat-Planung
Kennzahl Offizieller Wert
Empfohlener Zielzeitraum möglichst 10 Tage
Sinnvoller Einstieg mindestens 3 Tage
Wasser pro Person und Tag 2 Liter (1,5 l trinken, 0,5 l kochen)
Energie pro Person und Tag 2.200 kcal
10 Tage pro erwachsene Person 20 l Wasser, 22.000 kcal
Ältere Menschen (ab 65) mehr Trinkmenge, rund 2 l nur zum Trinken
Kinder bis 12 Jahre im Schnitt rund 1 l zum Trinken pro Tag

Die BBK-Vorratsliste für 10 Tage (pro Person)

Die folgende Tabelle ist die amtliche Vorratstabelle des Ernährungsvorsorge-Portals, auf die das BBK selbst verweist, verdichtet auf eine Person und zehn Tage. Sie ist eine allgemeine Empfehlung. Passe sie an Vorlieben, Verträglichkeiten und Haushaltsgröße an.

Kurz gesagt deckt der Notvorrat acht Lebensmittelgruppen ab: Getreideprodukte (3,3 kg), Gemüse und Hülsenfrüchte (4,0 kg), Obst und Nüsse (2,5 kg), Getränke (20 l), Milchprodukte (2,5 kg), Eier, Fleisch und Fisch (1,2 kg), Fette und Öl (330 g) sowie Sonstiges nach Belieben. Die Mengen gelten pro Person für zehn Tage.

Amtliche Vorratsmengen pro Person für 10 Tage
Lebensmittelgruppe Menge / Person / 10 Tage Praktische Beispiele
Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln 3,3 kg Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Zwieback, Kartoffeln
Gemüse, Hülsenfrüchte 4,0 kg Mais und Erbsen aus der Dose, Kidneybohnen, Linsen, Sauerkraut
Obst, Nüsse 2,5 kg Apfelmus, Pfirsiche aus der Dose, Trockenobst, Nüsse
Getränke 20 l Wasser zum Trinken und Kochen
Milch, Milchprodukte 2,5 kg H-Milch, Hartkäse, Kondensmilch
Eier, Fleisch, Wurst, Fisch 1,2 kg Thunfisch, Würstchen im Glas, Salami, Eier
Fette, Öl 330 g Rapsöl, Butter, Margarine
Sonstiges (nach Belieben) frei Zucker, Honig, Jodsalz, Brühwürfel, Kekse, Schokolade
Gut zu wissen

Die Gruppe „Sonstiges" lässt das BBK bewusst offen. Hier kommt rein, was dein Haushalt mag und gut lagern kann. Wichtiger als die exakte Menge ist, dass du Lebensmittel wählst, die du ohnehin isst und regelmäßig austauschst.

Notvorrat aus dem Alltag: Konserven, Gläser mit Nudeln und Hülsenfrüchten, Nüsse und Wasserflaschen auf einem Küchentisch im warmen Licht
Ein Notvorrat besteht aus ganz normalen, haltbaren Lebensmitteln. Kein Spezialsortiment nötig.

Vorratsliste zum Abhaken (Checkliste)

Diese Vorratsliste kannst du direkt abhaken und ausdrucken (im Browser über „Drucken" oder „Als PDF speichern"). Sie deckt die acht Lebensmittelgruppen ab, dazu die Punkte, die im Notvorrat am häufigsten vergessen werden. Die Mengen in Klammern gelten pro Person für zehn Tage.

Offizielle Quelle

Die vollständige amtliche Checkliste gibt es als kostenloses PDF beim BBK: Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen (PDF). Unsere Liste oben fasst den Lebensmittelteil alltagstauglich zusammen.

Hände stellen ein Vorratsglas mit Nudeln in ein Regal mit Konserven und Wasser, ein lebender Vorrat, der mit dem Alltag mitläuft
Ein „lebender Vorrat" läuft mit dem Alltag mit: auffüllen, nach vorne rücken, Ältestes zuerst verbrauchen.

Wie viel braucht dein Haushalt?

Das BBK empfiehlt 2 Liter Wasser pro Person und Tag, davon 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Für 10 Tage sind das 20 Liter pro erwachsene Person. Ältere Menschen planen etwas mehr ein, Kinder bis 12 brauchen im Schnitt rund 1 Liter zum Trinken. Die Lebensmittelmengen rechnest du genauso einfach hoch.

Wasserbedarf nach Haushaltsgröße und Vorratsdauer
Haushalt 3 Tage 5 Tage 10 Tage
1 Person 6 l 10 l 20 l
2 Personen 12 l 20 l 40 l
4 Personen 24 l 40 l 80 l
Individuell anpassen

Die Faustzahl von 2 Litern gilt pro erwachsener Person. Ältere Menschen (ab 65) sollten mehr trinken, rund 2 Liter allein zum Trinken. Kinder bis 12 brauchen im Schnitt weniger, etwa 1 Liter zum Trinken. Den genauen Bedarf für deinen Haushalt rechnest du im offiziellen Vorratskalkulator der BLE aus.

Wasser zuerst, der häufigste Denkfehler

Die meisten denken beim Notvorrat zuerst an Nudeln und Dosen und vergessen das Wichtigste: Wasser. Das BBK gewichtet Trinkwasser höher als Lebensmittel. Plane 2 Liter pro Person und Tag ein, also 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Bei kurzen, örtlichen Ausfällen läuft Leitungswasser oft zunächst weiter. Bei längeren oder großflächigen Lagen verlass dich aber nicht darauf, besonders in Hochhäusern. Denk auch an Wasser für Haustiere.

Kochmöglichkeit nicht vergessen

Ein zweiter Klassiker: „Essen ja, Kochmöglichkeit nein." Ohne Strom oder Gas nützt der schönste Vorrat wenig, wenn alles gekocht werden muss. Zwei Dinge lösen das:

  • Ein Teil des Vorrats sollte ohne Kochen essbar sein, zum Beispiel Brot, Konserven, Nüsse oder Trockenobst.
  • Eine alternative Kochgelegenheit mit Brennstoff, etwa ein Campingkocher. Wichtig: nie in der Wohnung grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Achte auf Belüftung.

Wie du ohne Strom oder Gas sicher warme Mahlzeiten zubereitest – vom Campingkocher bis zur richtigen Belüftung – zeigt unser Ratgeber Kochen ohne Strom.

Richtig lagern: trocken, dunkel, unter 20 °C

Ein Notvorrat taugt nur, wenn er auch hält. Die offiziellen Empfehlungen sind unspektakulär, aber wichtig:

  • Trocken, dunkel, luftig und möglichst unter 20 °C lagern. Speisekammer oder Keller eignen sich besser als die warme Küche.
  • Neue Ware nach hinten, ältere zuerst verbrauchen (FIFO-Prinzip).
  • Mindesthaltbarkeit regelmäßig prüfen und nur Mengen kaufen, die du vor Ablauf auch isst.
  • Wasser kühl, dunkel und trocken lagern, Behälter sauber halten und nicht endlos aufbewahren.

So entsteht ein „lebender Vorrat", der ganz nebenbei mit dem Alltag mitläuft, statt im Keller zu verstauben. Wie das konkret für drei Tage aussieht, zeigt unser Beitrag Notfallnahrung für 3 Tage. Speziell zu haltbaren Konserven lohnt sich Lebensmittel-Notfallreserve mit Konserven. Einen breiteren Überblick gibt Welche Vorräte sollte man zu Hause haben?.

Brauche ich spezielle Notfallnahrung?

Für den Alltag und die meisten Fälle deckt dein normaler Vorrat aus dem Supermarkt alles ab. Kritisch wird nur eine Phase: die ersten 72 Stunden, wenn Strom, Kühlung und Kochmöglichkeit gleichzeitig ausfallen. Dann zählt, was sofort und ohne Vorbereitung essbar ist.

Genau dafür haben wir die NutriBox gebaut: drei Tage vollwertige Mahlzeiten, ohne Kochen und ohne Strom essbar, sofort griffbereit. Einmal in den Schrank legen und die kritischste Phase ist abgesichert. Kein Zusammensuchen, kein Rechnen, keine Reste, die du vergisst. Der Vorrat ist aber nur ein Baustein: Was darüber hinaus in ein vollständiges Notfallpaket gehört (Licht, Strom, Wärme, Erste Hilfe), klärt unser Kaufratgeber. Die komplette BBK-Vorsorge über alle acht Bereiche bündelt unsere Krisenvorsorge-Checkliste nach BBK.

Inhalt der NutriBox 72h: drei Tage Mahlzeiten und Rationen, ohne Kochen essbar
Drei Tage vollwertige Verpflegung, ohne Strom und ohne Kochen einsatzbereit.

Sie ersetzt deinen Zehn-Tage-Grundvorrat nicht, sie ergänzt ihn um genau den Teil, der im Ernstfall am schwierigsten ist. Zusammen ergibt das eine fertige Reserve, auf die du dich verlassen kannst.

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Unsere Haltung

Wir verkaufen keine Angst. Der größte Teil deiner Vorsorge sollte aus ganz normalen Lebensmitteln bestehen, die du sowieso isst. Produkte wie die NutriBox sind eine Ergänzung für definierte Notfälle, nicht der Kern.

Häufige Fehler & Mythen

  • „Vorsorge heißt Prepper-Mengen." Falsch. Offiziell geht es um zehn Tage für den Alltag, nicht um ein Lager für Jahre.
  • „Wasser ist Nebensache." Falsch. Das BBK gewichtet Wasser höher als Essen.
  • „Hauptsache viel kaufen." Falsch. Falsche oder zu große Lagerung verdirbt. Kauf nur, was du vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum verbrauchst.
  • „Essen reicht, Kochen klärt sich." Falsch. Ohne kalt essbaren Anteil und Kochalternative bleibt der Vorrat im Ernstfall ungenutzt.
  • „Mach ich später." Der häufigste Fehler. Vorsorge, die erst im Ernstfall anfängt, kommt zu spät. Fang heute mit drei Tagen an und bau langsam aus.

Größeres Bild: Warum Bund und Länder die private Vorsorge gerade jetzt stärker betonen, ordnet der Beitrag Zivilschutz in Deutschland ein.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange sollte mein Lebensmittelvorrat reichen?

Das BBK setzt als Ziel, dass sich ein Haushalt möglichst zehn Tage selbst versorgen kann. Für den Einstieg sind schon drei Tage sinnvoll. Gemeint ist keine Extremvorsorge, sondern eine alltagstaugliche Reserve, die du schrittweise aufbaust.

Wie viel Wasser brauche ich pro Person?

Die offizielle Faustzahl lautet 2 Liter pro Person und Tag, davon 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Für zehn Tage sind das 20 Liter pro erwachsene Person. Ältere sollten mehr einplanen, Kinder bis 12 brauchen im Schnitt rund 1 Liter zum Trinken.

Was gehört wirklich in einen BBK-Notvorrat?

Kein Spezialsortiment, sondern haltbare Alltagslebensmittel: Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Milchprodukte, etwas Fleisch, Fisch oder Eier, Fette und Getränke. Wichtig ist ein Anteil, der ohne Kühlung hält und notfalls kalt essbar ist.

Muss ich spezielle Notfallnahrung kaufen?

Nein. Für den Grundvorrat reicht ein lebender Vorrat aus dem normalen Einkauf. Spezial-Notnahrung ist eine Option für definierte Notfälle wie die ersten 72 Stunden ohne Strom, aber nicht der amtliche Standard.

Wie lagere ich den Vorrat richtig?

Trocken, dunkel, luftig und möglichst unter 20 °C. Speisekammer oder Keller sind besser als die warme Küche. Neue Ware nach hinten, ältere zuerst verbrauchen, und das Mindesthaltbarkeitsdatum regelmäßig prüfen.

Brauche ich bei einem Notvorrat auch eine Kochmöglichkeit?

Ja. Das BBK nennt ausdrücklich eine alternative Kochgelegenheit samt Brennstoff. Gleichzeitig sollte ein Teil des Vorrats ohne Kochen essbar sein, damit du auch dann versorgt bist, wenn Strom und Gas ausfallen.

Einordnung und Quellen

Einordnung & Quellen

Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung ohne Alarmismus. Die Zahlen stammen aus offiziellen Quellen: BBK „Essen und Trinken bevorraten", BLE-Vorratstabelle und der BLE-Vorratskalkulator. Die Empfehlungen des BBK sind nicht verbindlich und an den eigenen Haushalt anzupassen.

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