- Ruhe bewahren, Lage einordnen. Zuerst prüfen, ob nur deine Wohnung betroffen ist oder ein größeres Gebiet. Das entscheidet, was zu tun ist.
- Kühl- und Gefrierschrank zulassen. Nach Richtwerten der US-Behörden hält der geschlossene Kühlschrank etwa 4 Stunden, ein voller Gefrierschrank rund 48 Stunden.
- Größere Störung beim Netzbetreiber melden (nicht beim Stromanbieter). Den Notruf 112 nur im Notfall nutzen.
- Bereitlegen hilft am meisten: Licht, ein batteriebetriebenes Radio, eine geladene Powerbank, Wasser, haltbare Lebensmittel und etwas Bargeld.
- Die gute Nachricht: Die meisten Ausfälle sind nach Stunden behoben. Mit etwas Vorbereitung bleibst du handlungsfähig.
Plötzlich ist es dunkel, der Kühlschrank verstummt, das WLAN ist weg. Ein Stromausfall ist erst mal unangenehm, aber selten ein Drama: Das deutsche Netz ist sehr stabil (die Bundesnetzagentur meldet für 2024 im Schnitt nur rund 11,7 Minuten Ausfall pro Anschluss und Jahr). Trotzdem lohnt es sich zu wissen, was in welcher Reihenfolge zu tun ist, denn großflächige Ausfälle können auch mehrere Tage dauern. Dieser Ratgeber zeigt die Sofortmaßnahmen für die ersten Minuten, Stunden und Tage.
Ruhe bewahren und für sicheres Licht sorgen. Prüfen, ob nur deine Wohnung oder ein größeres Gebiet betroffen ist. Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten. Eine größere Störung beim örtlichen Netzbetreiber melden. Den Notruf 112 nur bei Gefahr wählen, nicht für Rückfragen zum Strom.
Was tun bei Stromausfall: die Sofortmaßnahmen im Überblick
Die folgende Reihenfolge folgt der Logik der offiziellen Empfehlungen von BBK, Verbraucherzentrale und Feuerwehr: erst die Lage klären, dann Gefahren reduzieren, dann Wärme und Information sichern.
In den ersten Minuten
- Sicheres Licht organisieren. Taschenlampe oder batteriebetriebene Leuchte nutzen. Kerzen nur standsicher und nie unbeaufsichtigt, dabei regelmäßig lüften.
- Lage eingrenzen. Haben Nachbarn noch Strom? Brennt die Straßenbeleuchtung? Dann den Sicherungskasten und die FI-Schalter kontrollieren.
- Empfindliche und heiße Geräte ausschalten. Herdplatten, Bügeleisen, Heizlüfter, Fernseher und PC vom Netz nehmen, das vermeidet Schäden beim Wiederanlaufen. Eine Lampe eingeschaltet lassen, dann merkst du sofort, wenn der Strom zurückkommt.
- Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten. So bleibt die Kälte am längsten erhalten.
- Bei größerer Störung den Netzbetreiber melden (siehe unten). Den Notruf 112 nicht für Auskünfte blockieren.
In den ersten Stunden
- Auf Radio umstellen. Wenn Internet und Mobilfunk ausfallen, erreichen dich offizielle Hinweise weiter über Batterie-, Kurbel- oder Autoradio. Welches Radio sich dafür eignet, erklärt unser Ratgeber Notfallradio mit Kurbel.
- Nachbarn einbeziehen. Kurz abstimmen und auf hilfebedürftige Menschen achten.
- Wärme bündeln. Warme Kleidung und Decken nutzen, einen Aufenthaltsraum wählen, Türen geschlossen halten. Stillgelegte Öfen nie selbst wieder in Betrieb nehmen, Campingkocher, Grill und Heizpilz sind nie eine Heizung. Was für Heizgeräte gilt, steht unten bei Stromausfall im Winter.
- Nur sicher kochen. Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- und Holzkohlegrills gehören laut BBK nur ins Freie, drinnen droht eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid. Für das Kochen in der Wohnung nennt das BBK den Gasherd, der oft weiter funktioniert, ein Stövchen mit Teelicht, ein Fondue-Set mit Brennpaste und einen Gaskocher, wenn er für Innenräume zugelassen ist. Einen Grill stellst du auch draußen nicht vor Fenster oder Tür und nicht in eine verglaste oder überdachte Ecke. Mehr dazu im Ratgeber Kochen ohne Strom.
- Strom sparen. Powerbank schonen, das Handy gezielt nutzen, wichtige Telefonnummern auf Papier bereithalten.
Ab Tag 1
- Auf Vorratsbetrieb umstellen. Jetzt zählen Wasser, haltbare Lebensmittel und einfache Zubereitung. Wie viel du davon brauchst, zeigt unsere Notvorrat-Liste nach BBK.
- Mit weiteren Ausfällen rechnen. Bei längeren Lagen können auch Wasser, Mobilfunk, Kartenzahlung und Aufzüge betroffen sein, in Hochhäusern besonders die Wasserversorgung.
- Auf lokale Hinweise achten. Kommunen richten bei längeren Ausfällen Anlaufstellen oder Notfalltreffpunkte ein.
- Beim Zurückkehren des Stroms prüfen, nicht einfach weitermachen. Geräte kontrollieren, zweifelhafte Lebensmittel entsorgen, Uhren und Heizung neu einstellen.
Nur deine Wohnung oder großflächig?
Diese Frage entscheidet, was du tust. So grenzt du es ein:
- Nur deine Wohnung betroffen. Wenn Nachbarn, Hausflur und Straßenbeleuchtung Strom haben, liegt der Fehler meist bei dir. Sicherungskasten prüfen, Leitungsschutz- und FI-Schalter kontrollieren. Springt ein Schutzschalter sofort wieder heraus, nicht mehrfach einschalten, sondern den Stromkreis ausgeschaltet lassen und eine Elektrofachkraft hinzuziehen. In Mehrfamilienhäusern sitzt der FI manchmal im Flur oder Keller.
- Mehrere Wohnungen oder die Straße betroffen. Dann ist eine Netzstörung wahrscheinlich. Solange Mobilfunk geht, hilft die Störungsseite des Netzbetreibers.
Wo meldet man einen Stromausfall?
Zuständig ist in der Regel der örtliche Netzbetreiber, nicht dein Stromanbieter. Den Netzbetreiber findest du auf deiner Stromrechnung, laut Bundesnetzagentur manchmal nur als Code. Der Notruf 112 ist nur für akute Gefahren gedacht, etwa Feuer, Unfall, einen schweren medizinischen Notfall, Verdacht auf Kohlenmonoxid oder eingeschlossene Personen im Aufzug. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Gesundheitsprobleme ist 116117 der richtige Weg.
Wie lange hält der Kühlschrank ohne Strom?
Deutsche Fachstellen nennen keine einheitlichen Stundenwerte. Als vorsichtige Richtwerte nennen die US-Behörden CDC und FDA bei geschlossener Tür:
| Gerät | Hält etwa |
|---|---|
| Kühlschrank | ~ 4 Stunden |
| Gefrierschrank, voll | ~ 48 Stunden |
| Gefrierschrank, halb voll | ~ 24 Stunden |
Danach solltest du leicht Verderbliches wie Fleisch, Fisch, Eier und Reste kritisch prüfen. Angetautes ist nicht automatisch Abfall: Gegarte Speisen und rohe pflanzliche Lebensmittel lassen sich laut BfR wieder einfrieren oder bei höchstens 7 °C lagern und möglichst bald verbrauchen, rohe tierische Produkte müssen zuerst vollständig durcherhitzt werden, aufgetautes Speiseeis gehört weg. Was erkennbar verdorben ist, kommt ebenfalls weg. Wie lange ein Ausfall typischerweise dauert, liest du in Wie lange dauert ein Stromausfall?.
Was sollte griffbereit sein?
Du brauchst keine Spezialausrüstung, sondern ein paar Basics an einem festen Platz:
Dazu gehören Medikamente, Erste-Hilfe-Material, ein Dosenöffner und wichtige Telefonnummern auf Papier. Wenn jemand im Haushalt stromabhängige medizinische Geräte braucht (etwa Beatmung, Dialyse oder kühlpflichtige Medikamente), kläre die Notfalllösung vorab mit Arzt, Gerätelieferant und Netzbetreiber.
Für warme Mahlzeiten brauchst du eine vom Netz unabhängige Kochgelegenheit. Welche sicher funktioniert und worauf du achten musst, zeigt unser Ratgeber Kochen ohne Strom.
- Kurbelradio und Kurbeltaschenlampe laufen ohne Batterien, 5 Minuten Kurbeln bringen rund 20 Minuten Radio
- BioLite Laterne mit bis zu 40 Stunden gedimmt, dazu zwei Kerzen mit je rund 48 Stunden
- Solar-Powerbank mit 20.000 mAh, Multitool, zwei Rettungsdecken und Notfalldose, alles fest im Hardcase
- Rund 9.100 kcal in 7 Teilen, also rund 3.000 kcal am Tag
- 4 Teile isst du direkt aus der Packung, die 3 Gerichte brauchen nur Wasser, keinen Herd
- Haltbar rund 4 bis 8 Jahre je Teil, die 6 Liter Trinkwasser kaufst du im Supermarkt dazu
Funktioniert das Handy bei Stromausfall noch?
Eine der häufigsten Fragen, sobald der Strom weg ist. Die kurze Antwort: oft ja, aber nicht beliebig lange. Festnetz und Internet über einen DSL- oder Glasfaser-Router fallen mit dem Strom meist sofort aus, weil der Router selbst Strom braucht. Das Mobilfunknetz läuft dagegen oft noch kurz weiter, denn viele Mobilfunkstationen haben eine Notstrom-Reserve, die oft nur rund 30 Minuten überbrückt und je nach Standort abweichen kann. Bei einem großflächigen, länger andauernden Ausfall kann deshalb auch das Handynetz nach und nach wegbrechen.
So holst du das Meiste heraus:
- Ein Gerät als Reserve schonen. Ein Smartphone ausgeschaltet lassen, damit später noch eine geladene Reserve da ist.
- Akku strecken. Bildschirm dunkler stellen, Flugmodus nutzen, wenn du gerade nichts brauchst, und lieber eine SMS schreiben als lange telefonieren — Textnachrichten belasten das Netz weniger und kommen oft durch, wenn Anrufe scheitern.
- Warnungen empfangen. Offizielle Warnungen erreichen dich über die Warn-App NINA und über Cell Broadcast (eine Warnmeldung, die ohne App direkt aufs Handy kommt), solange das Mobilfunknetz steht. Als Rückfallebene bleibt das Radio.
- Notruf. 110 und 112 funktionieren netzübergreifend, solange Mobilfunk verfügbar ist. Nur wählen, wenn Gefahr besteht. Kommt kein Notruf durch, im Notfall wenn möglich zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.
Stromausfall je nach Situation: Nacht, Winter, Hochhaus
Was zu tun ist, hängt auch davon ab, wann und wo der Strom ausfällt. Die Grundlogik bleibt gleich, ein paar Dinge ändern sich aber:
Stromausfall in der Nacht
Zuerst eine sichere Lichtquelle in Reichweite holen, statt durch die dunkle Wohnung zu tasten — genau dafür gehört eine Taschenlampe oder kleine Laterne an einen festen Platz, idealerweise am Bett. Nachts gibt es selten einen Grund zur Eile: Kühlschrank zulassen und das Eingrenzen der Ursache notfalls bis zum Morgen verschieben, wenn keine Gefahr besteht.
Stromausfall im Winter
Die meisten Heizungen brauchen Strom — für Umwälzpumpe, Steuerung oder Brenner — und fallen mit aus. Eine gut gedämmte Wohnung kühlt aber nur langsam aus. Wähle einen Raum als Aufenthaltsraum, halte die Türen geschlossen, zieh dich warm an und nutze Decken und Schlafsäcke. Fällt die Heizung aus, nennt das BBK für den Innenraum zugelassene Gasheizer, Ethanolkamine oder Petroleumöfen. Sie funktionieren ohne Strom und können laut BBK in Innenräumen sicher genutzt werden. Nimm nur ein zugelassenes Gerät, dessen Anleitung genau diesen Raum erlaubt, lass die Installation von Fachleuten prüfen, achte bei Gas auf Sauerstoffmangel- und Zündsicherung und häng einen geprüften Kohlenmonoxid-Melder auf. Der Feuerwehrverband rät von Katalytöfen im Haus ab, die Verbraucherzentrale NRW von Ethanolfeuerstellen. Stillgelegte Öfen nie selbst wieder in Betrieb nehmen, Campingkocher, Grill und Heizpilz sind nie eine Heizung. Auch ein Gas- oder Spirituskocher ist keine Raumheizung.
Stromausfall im Hochhaus
Im Hochhaus kommen zwei Punkte dazu: Der Aufzug steht — sind Personen eingeschlossen, ist das ein Fall für den Notruf 112. Und die Wasserversorgung kann stocken, weil in höheren Stockwerken oft elektrische Druckpumpen den Druck aufbauen. Ein kleiner Trinkwasservorrat lohnt sich hier besonders.
Mit Kindern, älteren oder pflegebedürftigen Menschen
Ruhe ausstrahlen hilft am meisten, denn Kinder orientieren sich an den Erwachsenen. Vertraute Abläufe, eine kleine Lichtquelle und etwas zu trinken nehmen die Anspannung. Achte auf Medikamente, die gekühlt werden müssen, und auf stromabhängige medizinische Geräte; die Notfalllösung dafür klärst du am besten vorab mit Arzt, Gerätelieferant und Netzbetreiber. Ein kurzer Blick zu allein lebenden Nachbarn gehört dazu.
Häufige Fehler & Mythen
- „Ich rufe erst mal 112 an und frage nach." Falsch. Der Notruf ist nur für Notlagen da. Rückfragen blockieren die Leitungen für echte Notfälle.
- „Zuständig ist mein Stromanbieter." Meist falsch. Melde eine Störung beim örtlichen Netzbetreiber.
- „Wenn die Sicherung wieder fällt, drücke ich sie eben mehrfach hoch." Falsch. Springt der Schutzschalter sofort wieder heraus, deutet das auf einen Fehler hin. Stromkreis auslassen und Fachkraft rufen.
- „Ein Grill ist drinnen eine gute Not-Kochlösung." Gefährlich falsch. Grillen gehört nach draußen, in der Wohnung droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.
- „Kerzen sind harmlos, solange ich nur kurz weg bin." Falsch. Offenes Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.
- „Sobald Tiefkühlkost antaut, muss alles weg." Zu pauschal. Es kommt auf Lebensmittel, Temperatur und Dauer an. Speiseeis immer entsorgen, erkennbar Verdorbenes ebenso.
- „Leitungswasser läuft immer." Falsch. Bei längeren oder großflächigen Ausfällen kann die Wasserversorgung stocken, in Hochhäusern besonders.
Vorbereiten statt improvisieren
Im Ernstfall zählt nicht, was du noch schnell besorgst, sondern was schon im Haus ist. Wer Licht, Information, Ladereserve und Wärme an einem festen Platz hat, bleibt handlungsfähig. Das ist der praktische Kern der Krisenvorsorge beim Thema Strom: nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Genau dafür haben wir die BlackoutBox zusammengestellt: die wichtigsten Module für Licht, Information, Stromversorgung und Wärme in einem robusten Koffer, sofort einsatzbereit. Ein Erste-Hilfe-Set steckt nur in der BlackoutBox Premium. Wasser und Verpflegung kommen separat dazu (sie gehören in keinen Technik-Koffer) über deinen Notvorrat und für die ersten 72 Stunden die NutriBox. Wie viel Wasser und Essen dein Haushalt braucht, rechnet dir unser Notvorrat-Rechner in sechs Fragen aus. Wie du den Vorrat in Etappen aufbaust, zeigt der Ratgeber Notvorrat anlegen. Was in ein Notfallpaket gehört und ob sich ein fertiges Set lohnt, klärt unser Notfallpaket-Ratgeber. Eine Übersicht aller acht Vorsorge-Bereiche bietet unsere Krisenvorsorge-Checkliste nach BBK.
Welche Größe zu deinem Haushalt passt, zeigt der Vergleich der Blackout Boxen – Essential, Basic und Premium.
BlackoutBox ansehenDie meisten Stromausfälle sind nach Stunden vorbei. Es geht um alltagstaugliche Vorsorge, damit du im seltenen Ernstfall nicht improvisieren musst.
Hintergrund: Warum der Staat den Bevölkerungsschutz bis 2029 ausbaut – und was das für deine Eigenvorsorge bedeutet.
Anschläge auf das Stromnetz im September 2026
Am 1. September 2026 wurden zwei Umspannwerke angegriffen, morgens Turnow-Preilack am Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg und abends Bergheim-Rheidt westlich von Köln. Die Ermittler gingen in beiden Fällen von Sabotage aus. Einen flächigen Stromausfall gab es nicht: Die Netzbetreiber 50Hertz und Amprion bestätigten, dass die allgemeine Versorgung zu keinem Zeitpunkt betroffen war, laut Bundesanwaltschaft war die Versorgung in einem angrenzenden Ort zeitweilig beeinträchtigt. Der Grund ist die eingebaute Reserve des Höchstspannungsnetzes. Trifft ein Anschlag dagegen das Verteilnetz vor der Haustür, kann es wie in Berlin im Januar 2026 mehrere Tage dauern. Am 8. September wurde ein Verdächtiger festgenommen, am 10. September übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Was genau passiert ist, warum das Netz hielt und welche Lehren die Fälle Berlin, Johannisthal und Reutlingen für die ersten Stunden ohne Strom liefern, steht im Bericht Anschläge auf das Stromnetz in Brandenburg und bei Köln. Die Sofortmaßnahmen auf dieser Seite gelten unverändert. Stand dieses Abschnitts: 14.10.2026.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange dauert ein Stromausfall normalerweise?
Die meisten Ausfälle in Deutschland sind innerhalb weniger Stunden behoben. Für das Netz insgesamt meldet die Bundesnetzagentur für 2024 im Schnitt rund 11,7 Minuten Ausfall pro Anschluss und Jahr. Bei großflächigen Schäden kann die Wiederherstellung aber mehrere Tage dauern.
Wo melde ich einen Stromausfall?
In der Regel beim örtlichen Stromnetzbetreiber, nicht beim Stromanbieter. Den Netzbetreiber findest du auf deiner Energierechnung, manchmal nur als Code. Der Notruf 112 ist nur für Notfälle gedacht.
Wie lange bleibt der Kühlschrank ohne Strom kalt?
Als vorsichtigen Richtwert nennen die US-Behörden CDC und FDA: Ein ungeöffneter Kühlschrank hält etwa vier Stunden, ein voller Gefrierschrank rund 48 Stunden, ein halb voller etwa 24 Stunden. Türen möglichst geschlossen halten.
Was tun, wenn nur meine Wohnung betroffen ist?
Zuerst prüfen, ob nur deine Wohnung betroffen ist (Straßenlicht, Nachbarn, Hausflur). Dann Sicherungen und FI-Schalter kontrollieren. Springt ein Schutzschalter sofort wieder heraus, nicht wiederholt einschalten, sondern eine Elektrofachkraft hinzuziehen.
Wann muss ich 112 anrufen?
Bei akuter Gefahr für Leben oder erhebliche Sachwerte, etwa Brand, Unfall, schwerem medizinischem Notfall, Verdacht auf Kohlenmonoxid oder eingeschlossenen Personen im Aufzug. Bei Verdacht auf Kohlenmonoxid oder Melderalarm: alle sofort ins Freie, sich nicht durch Rettungsversuche gefährden, Gerät nur ausschalten, wenn das ohne Gefahr geht. Verdacht heißt etwa Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, gerade wenn ein Grill, Ofen, Motor oder eine Heizung läuft oder kurz zuvor gelaufen ist, auch wenn du keine Ursache siehst. Dann 112 rufen und den Verdacht auf Kohlenmonoxid nennen. Funktioniert der Notruf nicht, wenn möglich zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. Für Nachfragen zum Stromausfall ist der Notruf falsch. Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen hilft 116117.
Was sollte ich mindestens zu Hause haben?
Eine sichere Lichtquelle, ein batteriebetriebenes Radio, eine geladene Powerbank, etwas Bargeld, Wasser, haltbare Lebensmittel, warme Kleidung oder Decken und eine Kochmöglichkeit ohne Strom. Dazu Medikamente, Erste Hilfe und wichtige Nummern auf Papier.
Funktioniert das Handy bei Stromausfall noch?
Oft ja, aber nicht unbegrenzt. Internet und Festnetz über den Router fallen meist sofort aus. Das Mobilfunknetz läuft meist nur kurz weiter, oft rund 30 Minuten, in Einzelfällen länger, weil die Stationen nur eine begrenzte Notstrom-Reserve haben; bei langen, großflächigen Ausfällen kann es ganz ausfallen. Schone ein Gerät als Reserve, nutze SMS statt langer Anrufe und empfange Warnungen über NINA, Cell Broadcast oder das Radio.
Was tun bei Stromausfall in der Nacht?
Zuerst eine Lichtquelle holen, statt im Dunkeln zu tasten — deshalb gehört eine Taschenlampe an einen festen Platz. Dann Ruhe bewahren, Kühl- und Gefrierschrank geschlossen lassen und, wenn keine Gefahr besteht, das Prüfen der Ursache bis zum Morgen verschieben.
Einordnung und Quellen
Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung. Die Hinweise stützen sich auf offizielle Quellen: BBK „Stromausfall" und den BBK-Ratgeber Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Kochen und Heizen), die Verbraucherzentrale, das BfR zur Lebensmittelsicherheit sowie die Bundesnetzagentur. Die Stundenwerte für Kühl- und Gefriergeräte sind Richtwerte der US-Behörden CDC und FDA. Zu Heizgeräten äußern sich zusätzlich der Deutsche Feuerwehrverband und die Verbraucherzentrale NRW.
