Stand dieses Berichts: 30.06.2026. Wir schreiben ihn nicht mehr fort. Was bei einem Stromausfall zu tun ist, halten wir im Ratgeber Was tun bei Stromausfall aktuell.
- Was passiert ist. Am 18. April 2026 waren in Berlin-Nikolassee 1.314 Haushalte rund 90 Minuten ohne Strom.
- Die Ursache. Nach Netzbetreiber-Angaben vermutlich ein Fehler in einem Mittelspannungskabel, keine Anzeichen für einen Anschlag.
- Was man mitnimmt. Auch kurze Ausfälle sind ein guter Anlass, Licht, Radio, Powerbank und eine feste Notfallroutine bereitzuhalten.
Am späten Samstagabend, dem 18. April 2026 gegen 22:00 Uhr, fiel in Berlin-Nikolassee erneut der Strom aus. Betroffen waren 1.314 Haushalte im Südwesten der Stadt — in genau dem Gebiet, das schon im Januar 2026 den schwersten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte erlebt hatte, so die Einordnung einer Expertenkommission des Regierenden Bürgermeisters. Nach rund 90 Minuten waren bis 23:35 Uhr alle Haushalte wieder am Netz.
Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin sah keine Anzeichen für einen Anschlag und vermutete einen Fehler in einem Mittelspannungskabel. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick: Denn das Ereignis zeigt, wie verletzlich auch ein modernes europäisches Stromnetz ist — und wie schnell es plötzlich dunkel werden kann.
Der Fehler wäre, aus 90 Minuten Entwarnung abzuleiten. Besser ist: kurze Ausfälle als Probe für die eigene Routine nutzen.
Was genau ist passiert?
Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH gegenüber mehreren Medien:
- Zeitraum: Samstag, 18. April 2026, ca. 22:00 Uhr bis 23:35 Uhr
- Dauer: rund 90 Minuten (erste Haushalte ab 22:40 Uhr wieder versorgt)
- Betroffene: 1.314 Haushalte
- Betroffene Straßen: u. a. Kirchweg, Schopenhauerstraße, Von-Luck-Straße, Waldrebensteig, Wasgenstraße
- Bezirk: Nikolassee (Steglitz-Zehlendorf)
- Ursache: vermutlich Fehler in einem Mittelspannungskabel
- Anschlag: Keine Anzeichen, laut Netzbetreiber-Sprecher Henrik Beuster
Bereits am Samstagnachmittag war laut Berliner Zeitung zudem in Berlin-Marienfelde (Tempelhof-Schöneberg) für etwa zwei Stunden der Strom ausgefallen — ein davon unabhängiger Vorfall, aber ein bemerkenswertes Zusammentreffen am selben Tag.
Der Januar-Blackout: Was ist dort passiert?
Der Ausfall vom 18. April traf ein Gebiet, das damals noch unter dem Eindruck des Brandanschlags vom 3. Januar 2026 stand. Mutmaßlich linksextreme Täter hatten eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde in Brand gesetzt und damit den schwersten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte ausgelöst:
- Über 100.000 Menschen in rund 45.000 Haushalten ohne Strom
- Für die zuletzt Versorgten bis zu gut viereinhalb Tage ohne Strom, Heizung, Warmwasser, viele Haushalte waren früher wieder am Netz
- Mitten im Winter, bei Dauerfrost
- Über 2.000 Unternehmen vom Ausfall betroffen
- Mobilfunk und Festnetz fielen im Gebiet aus, Notrufe waren erst nach etwa 48 Stunden über mobile Anlagen wieder möglich, soweit die Abdeckung reichte (Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf)
Die Unterschiede zwischen Januar und April sind gravierend:
| Januar 2026 | April 2026 | |
|---|---|---|
| Dauer | bis zu gut viereinhalb Tage | 90 Minuten |
| Betroffene | über 100.000 Menschen | 1.314 Haushalte |
| Ursache | Brandanschlag | vermutlich Kabelfehler |
| Jahreszeit | Winter (Heizungsausfall kritisch) | Frühling (unkritisch) |
Der April-Vorfall war glimpflich. Aber genau das ist der Punkt:
„Niemand weiß vorher, wie lang ein Stromausfall dauern wird. Zu Beginn sieht eine 90-Minuten-Störung genauso aus wie ein 5-Tage-Blackout.“Aus Sicht der Krisenvorsorge
Warum das auch dich betrifft — nicht nur Berlin-Nikolassee
Bleibt die Infrastruktur so, wie sie ist, wird es weitere Ausfälle geben — nicht nur in Berlin. Die Gründe sind strukturell:
- Alternde Netze. Als eine mögliche Ursache in Nikolassee nannte der Netzbetreiber altersbedingten Verschleiß des Kabels. Was am 18. April dort passiert ist, kann auch anderswo passieren.
- Bauarbeiten als Risikofaktor. Möglich war laut Netzbetreiber auch eine frühere, unbemerkte Beschädigung bei Tiefbauarbeiten, so etwas passiere relativ oft.
- Anschläge als neue Realität. Der Januar-Anschlag hat gezeigt, dass gezielte Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland kein theoretisches Szenario mehr sind.
- Extremwetter. Stürme, Schneelast und Hitze belasten das Netz zunehmend.
Zur Einordnung: Für 2024 meldeten die Netzbetreiber der Bundesnetzagentur 164.645 Versorgungsunterbrechungen von über drei Minuten in Nieder- und Mittelspannung. Ungeplante Unterbrechungen ohne höhere Gewalt summierten sich im Schnitt auf 11,7 Minuten je Letztverbraucher. Die meisten sind kurz und regional — bis einer davon plötzlich nicht kurz ist.
Die ersten 90 Minuten: Was die meisten überrascht
Ein 90-Minuten-Ausfall wie in Nikolassee ist kein Drama, aber eine gute Übung. Was typischerweise passiert, wenn der Strom plötzlich weg ist:
- Licht aus. In fensterlosen Räumen stehst du sofort im Dunkeln.
- Heizung aus. Auch Gas- und Fernwärmeheizungen brauchen in der Regel Strom für Umwälzpumpen und Steuerung.
- Kühlschrank aus. Kein akutes Problem — ein geschlossener Kühlschrank hält die Temperatur für einige Stunden.
- WLAN und Router aus. Festnetztelefon funktioniert dann oft nicht mehr.
- Mobilfunk instabil. Funkmasten haben nur begrenzte Notstrom-Reserven (üblicherweise rund 30 Minuten).
- Kartenzahlung ausgefallen. Im Supermarkt und an der Tankstelle hilft nur noch Bargeld, wenn Kassen und Türen überhaupt funktionieren.
- Aufzüge bleiben stehen. Menschen werden im Aufzug eingeschlossen.
- Ampeln aus. Kreuzungen werden schlagartig gefährlich.
Wer zu Hause eine Taschenlampe in Reichweite, eine geladene Powerbank und ein batteriebetriebenes Radio hat, kommt sicher durch so einen Abend. Wer nicht, merkt schnell, wie viele Alltagsroutinen unbewusst am Stromnetz hängen.
BBK-Empfehlung: So wärst du bei einem längeren Ausfall vorbereitet
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt seit Jahren eine einfache Grundausstattung für jeden Haushalt. Nicht für Prepper, nicht für den Weltuntergang, sondern für den Fall, dass Strom und Versorgung länger ausfallen.
Das BBK empfiehlt, dass sich Haushalte möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Schon ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft und lässt sich schrittweise ausbauen. Das gilt nicht nur für Blackouts, sondern auch für Extremwetter, Hochwasser oder Versorgungsengpässe.
Die 6 Kern-Kategorien
1. Licht
- Taschenlampe mit Batterien oder USB-Aufladung (pro Person)
- Kurbellampe als Backup (funktioniert immer)
- Kerzen und Streichhölzer
2. Energie für Handy und Kommunikation
- Powerbank, immer geladen. Eine mit 20.000 mAh lädt ein Smartphone rechnerisch etwa zweieinhalb- bis viermal voll
- Eine tragbare Powerstation brauchen die meisten Haushalte nicht, nur bei besonderem Bedarf, etwa für medizinische Geräte (vorher mit Arzt oder Hersteller klären). Je nach Kapazität reicht sie für Stunden bis etwa einen Tag, mehrere Tage nur mit deutlich mehr Kapazität oder Nachladen
- Solarpanel oder Kurbelcharger als Backup
3. Information
- Kurbelradio (UKW/DAB+), weil Behördenwarnungen bei Gefahr über den Rundfunk laufen
- Eine Liste lokaler Radiofrequenzen zur Hand
4. Wärme und Wasser
- 2 Liter Wasser pro Person und Tag (für 10 Tage 20 Liter pro Person)
- Rettungsdecken zum Wärmeerhalt
- Bei Heizungsausfall im Winter: warme Kleidung, Schlafsäcke
Mineralwasser in PET-Flaschen ungeöffnet, kühl und dunkel lagern. Hersteller geben bei PET meist ein Jahr Mindesthaltbarkeit an, ältere Flaschen zuerst verbrauchen. Ein 4-Personen-Haushalt braucht für drei Tage 24 Liter, bei 1,5-Liter-Flaschen sind das 16 Flaschen, aufgerundet drei 6er-Packs.
5. Erste Hilfe
- Verbandskasten mit Basisausstattung
- Regelmäßig benötigte Medikamente für mindestens zehn Tage (BBK), Haltbarkeit und Lagerung beachten
- Desinfektionsmittel
6. Dokumente und Bargeld
- Kopien von Ausweis, Versicherung, Mietvertrag in wasserdichter Hülle
- Bargeld in kleinen Scheinen — Kartenzahlung funktioniert ohne Strom nicht
Die vollständige BBK-Checkliste findest du unter bbk.bund.de.
Warum die meisten trotzdem nichts tun
Die Checkliste ist öffentlich und kostenlos. Trotzdem zeigen Umfragen, dass die Mehrheit deutscher Haushalte nicht ausreichend vorbereitet ist. Die Gründe sind fast immer dieselben:
- Die Recherche dauert zu lange
- Man landet schnell bei Prepper-Shops mit Tarnfarben-Optik
- Widersprüchliche Empfehlungen schrecken ab
- Das Thema wirkt „nicht für mich"
- Nach ein paar Tabs ist der Samstag vorbei
Das Ergebnis: Die Checkliste bleibt ein PDF auf der Festplatte. Die Ausrüstung ist nicht da, wenn sie gebraucht wird.
Der praktische Weg: Einmal kaufen, einmal lagern, fertig
Es gibt zwei Wege, sich vorzubereiten:
Weg 1: Selbst zusammenstellen. Jedes Produkt einzeln recherchieren, bestellen, an einem festen Platz lagern. Aufwand: ein bis zwei Nachmittage. Risiko: einzelne Komponenten passen nicht zusammen oder fehlen.
Weg 2: Fertig zusammengestelltes Set. Ein Koffer für Licht, Energie und Information, im Hardcase, an einem festen Platz — einmal kaufen, einmal in den Schrank stellen. Wasser, Essen und Medikamente kommen selbst dazu. Bei guten Sets sind Marken wie BioLite (Laternen) und Qualitätshersteller für Radios, Werkzeuge und Erste Hilfe vorausgewählt.
Unsere meistgekaufte Box ist die Basic. Die kleinere BlackoutBox Essential bringt Licht und Radio ohne Steckdose, alle drei Größen vergleicht die Übersicht der BlackoutBoxen. Basic und Premium im Vergleich:
- Die BlackoutBox Basic im Hardcase: Solar-Powerbank, FM/AM-Radio, BioLite-LED-Laterne, Kurbellampe, Multitool, Rettungsdecke und mehr — alles aufeinander abgestimmt. Für Haushalte, die Licht, Radio und Strom fürs Handy an einem Platz haben wollen.
- Die BlackoutBox Premium ist das gleiche Konzept mit Premium-Komponenten und mehr Redundanz: FieldCase 395 Hardcase, WaveGuard-Weltempfänger, CarePouch-Erste-Hilfe-Set, Titan-Multitool, Plasmafeuerzeug. Für Haushalte, die mehr Reserve wollen.
Beides ist besser als nichts. Der Unterschied ist der Aufwand — und die Wahrscheinlichkeit, dass man überhaupt anfängt.
Was der 18. April zeigt
Der Nikolassee-Ausfall vom 18. April 2026 war kein dramatisches Ereignis. Niemand wurde verletzt, niemand musste tagelang frieren, und er hatte nicht den Nachrichtenwert eines Anschlags.
Aber genau das macht ihn wichtig: So fangen die meisten Stromausfälle an. Unscheinbar, regional, harmlos. Bis einer davon plötzlich nicht mehr harmlos ist — wie im Januar, drei Monate früher, im gleichen Gebiet.
Wer in Nikolassee am 18. April eine Taschenlampe greifen konnte, wusste danach, dass es funktioniert. Wer erst im Dunkeln nach der Taschenlampe gesucht hat, hat einen Denkzettel bekommen. Der beste Zeitpunkt, sich vorzubereiten, ist zwischen zwei Ausfällen — nicht währenddessen.
Wenn du vorsorgen willst: Die BlackoutBox Basic ist unsere meistgekaufte Box, die BlackoutBox Premium bringt mehr Reserve — einmal gekauft, einmal gelagert, im Ernstfall griffbereit.
- 1.314 Haushalte waren am 18. April 2026 für 90 Minuten ohne Strom — im gleichen Gebiet wie der Januar-Blackout
- Ursache diesmal: vermutlich ein Kabelfehler, keine Anzeichen für einen Anschlag
- BBK: möglichst zehn Tage Vorrat, schon drei Tage helfen — Licht, Energie, Information, Wasser, Erste Hilfe, Bargeld
- Der beste Zeitpunkt, sich vorzubereiten, ist zwischen zwei Ausfällen — nicht währenddessen
Vorbereitung ist kein Luxus. Sondern gesunder Menschenverstand.
Dieser Beitrag basiert auf Berichten von ZDFheute, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und Berliner Kurier vom 19. und 20. April 2026 sowie auf öffentlichen Angaben von Stromnetz Berlin GmbH. Angaben zum Januar-Ausfall nach Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und Expertenkommission (Juni 2026), zur Statistik nach Bundesnetzagentur. Die Empfehlungen zur Krisenvorsorge stützen sich vor allem auf das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Stand dieses Berichts: 30.06.2026.
Quellen
- ZDFheute: Stromausfall Berlin-Nikolassee
- Tagesspiegel, 19. April 2026: Netzbetreiber sieht keine Anzeichen für Anschlag
- Berliner Zeitung: Über 1.300 Haushalte betroffen
- Berliner Kurier: Schon wieder Stromausfall in Berlin
- Expertenkommission des Regierenden Bürgermeisters: Resilienz in Berlin, Juni 2026
- Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf: Nachbereitungsbericht zum Stromausfall im Januar 2026
- Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom 2024
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
